Ein Psalm Davids, vorzusingen.
Gejagt und bewispert, bis Nachbarn ihm auf der Straße ausweichen, kommt David sich vergessen vor wie ein zerbrochener Krug. Dennoch sagt er, seine Zeiten stünden in der Hand seines Vaters, und befiehlt seinen Geist dorthin, eingedenk dessen, dass er einst in einer belagerten Stadt erhört wurde.
31 1Bei dir, mein Vater, suche ich Zuflucht; lass mich niemals zuschanden werden; errette mich in deiner Gerechtigkeit. 2Neige dein Ohr zu mir; errette mich eilends. Sei mir ein Fels der Zuflucht, eine schützende Burg, mich zu retten. 3Denn du bist mein Fels und meine Burg; um deines Namens willen leitest und führst du mich. 4Du befreist mich aus dem Netz, das sie mir heimlich gestellt haben; denn du bist meine Zuflucht.
5In deine Hand befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, mein Vater, treu und wahrhaftig. a a v5 Jesus betete diese Worte, als er starb – „Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist“ (Lukas 23,46) – und vertraute sich dem Vater an, dem dieser Psalm vertraut. 6Ich hasse die, die sich an nichtige Götzen halten, ich aber vertraue auf meinen Vater. 7Ich will jubeln und mich freuen über deine beständige Liebe, denn du hast mein Elend angesehen; du hast die Nöte meiner Seele erkannt, 8und hast mich nicht in die Hand des Feindes übergeben; du hast meine Füße auf weiten Raum gestellt. 9Sei mir gnädig, mein Vater, denn ich bin in Not; mein Auge ist matt geworden vor Gram, meine Seele und mein Leib dazu. 10Denn mein Leben ist hingeschwunden in Kummer und meine Jahre in Seufzen; meine Kraft ist verfallen um meiner Sünde willen, und meine Gebeine sind verschmachtet. 11Wegen all meiner Feinde bin ich zum Spott geworden, zumal meinen Nachbarn, und zum Schrecken meinen Bekannten; die mich auf der Straße sehen, fliehen vor mir. 12Ich bin vergessen wie ein Toter, aus dem Sinn; ich bin geworden wie ein zerbrochenes Gefäß.
13Denn ich höre das Tuscheln vieler – Schrecken ringsum –, wie sie sich miteinander gegen mich verschwören und sinnen, mir das Leben zu nehmen. 14Ich aber vertraue auf dich, mein Vater; ich sage: „Du bist mein Vater.“ 15Meine Zeit steht in deinen Händen; errette mich aus der Hand meiner Feinde und von denen, die mich verfolgen. 16Lass leuchten dein Angesicht über deinem Knecht; hilf mir durch deine beständige Liebe. 17Mein Vater, lass mich nicht zuschanden werden, denn ich rufe dich an; die Frevler sollen zuschanden werden und verstummen im Totenreich.
18Die Lügenlippen sollen verstummen, die vermessen reden gegen den Gerechten mit Hochmut und Verachtung. 19Wie groß ist deine Güte, die du aufbewahrt hast für die, die dich fürchten, und die du erweist denen, die bei dir Zuflucht suchen, vor aller Augen.
20Im Schutz deines Angesichts birgst du sie vor den Anschlägen der Menschen; du bewahrst sie in deiner Hütte vor den zänkischen Zungen. 21Gelobt sei mein Vater, denn er hat mir seine wunderbare beständige Liebe erwiesen, als ich in einer belagerten Stadt war.
22Ich aber sprach in meinem Erschrecken: „Ich bin von deinen Augen verstoßen.“ Doch du hast mein Flehen gehört, als ich zu dir um Hilfe rief. 23Liebt unseren Vater, all ihr seine Getreuen. Unser Vater behütet die Treuen, aber dem, der in Hochmut handelt, vergilt er reichlich. 24Seid stark, und fasst Mut, all ihr, die ihr auf unseren Vater harrt.