Eine Hochzeit zu Kana
Bei einer Hochzeit in Kana geht der Wein aus, und Jesus verwandelt still sechs Krüge Waschwasser in den besten Wein des Abends. Dann treibt er in Jerusalem die Händler mit einer Peitsche hinaus und nennt den Tempel das Haus seines Vaters, keinen Marktplatz.
2 1Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt; und die Mutter Jesu war dort. 2Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen. 3Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: „Sie haben keinen Wein mehr.“
4„Frau, was willst du von mir?“, antwortete Jesus. „Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“
5Seine Mutter sagte zu den Dienern: „Was er euch sagt, das tut.“
6Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie sie zur Reinigung nach jüdischer Sitte gebraucht wurden; jeder fasste zwanzig bis dreißig Gallonen. a a v6 Jeder Krug fasste etwa 20 bis 30 Gallonen (75 bis 115 Liter) — es waren große Gefäße.
7Jesus sagte zu ihnen: „Füllt die Krüge mit Wasser“, und sie füllten sie bis zum Rand. 8Dann sagte er zu ihnen: „Schöpft nun etwas heraus und bringt es dem Speisemeister.“ Und sie taten es.
9Der Speisemeister kostete das Wasser, das zu Wein geworden war, und wusste nicht, woher es kam — die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Da rief er den Bräutigam beiseite 10und sagte zu ihm: „Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und, wenn die Gäste trunken sind, den geringeren. Du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten.“ 11Dies tat Jesus als erstes Zeichen zu Kana in Galiläa. Er offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn.
12Danach ging er hinab nach Kapernaum, er und seine Mutter, seine Brüder und seine Jünger, und sie blieben einige Tage dort.
13Als das jüdische Passa nahe war, zog Jesus hinauf nach Jerusalem.
Die Reinigung des Tempelvorhofs
14Im Tempel fand er die Händler, die Rinder, Schafe und Tauben verkauften, und die Geldwechsler, die dort saßen. 15Da machte er eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempelvorhof hinaus, samt den Schafen und Rindern, verschüttete den Geldwechslern das Geld und stieß ihre Tische um.
16Zu den Taubenhändlern sagte er: „Schafft das weg von hier! Macht nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhaus.“
17Seine Jünger dachten daran, dass geschrieben steht: „Der Eifer um dein Haus wird mich verzehren.“
18Da fragten die Juden: „Welches Zeichen zeigst du uns dafür, dass du dies tust?“
19Jesus antwortete ihnen: „Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.“
20Da erwiderten sie: „Sechsundvierzig Jahre ist an diesem Tempel gebaut worden, und du willst ihn in drei Tagen aufrichten?“ 21Er aber hatte von dem Tempel seines Leibes gesprochen. 22Als er nun von den Toten auferstanden war, dachten seine Jünger daran, dass er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.
23Während er zum Passa in Jerusalem war, sahen viele die Zeichen, die er tat, und vertrauten auf seinen Namen.
24Jesus aber vertraute sich ihnen nicht an, denn er kannte alle Menschen. 25Er brauchte von niemandem ein Zeugnis über die Menschen, denn er wusste selbst, was im Menschen war.