Seine beständige Liebe währt ewig
Dieselbe Geschichte von der anderen Seite, als Bekenntnis. Sie vergaßen am Meer, gierten in der Wüste, machten das Kalb, opferten ihre eigenen Kinder. Immer wieder gab unser Vater sie dahin, hörte ihr Schreien und dachte doch an seinen Bund.
106 1Halleluja! Dankt unserem Vater, denn er ist gütig; seine Bundesliebe währt ewig.
2Wer kann die mächtigen Taten unseres Vaters erzählen oder all sein Lob verkünden? 3Wohl denen, die das Recht wahren, die allezeit tun, was recht ist.
4Gedenke an mich, unser Vater, mit der Gunst, die du deinem Volk erweist; komm zu mir mit deinem Heil, 5dass ich das Glück deiner Auserwählten schaue, mich freue an der Freude deines Volkes und frohlocke mit deinem Erbe.
6Wir haben gesündigt wie unsere Vorfahren; wir haben Unrecht getan, wir haben gottlos gehandelt. 7Als unsere Vorfahren in Ägypten waren, achteten sie nicht auf deine Wunder; sie gedachten nicht an die Fülle deiner Bundesliebe, sondern lehnten sich auf am Meer, am Roten Meer. a a v7 Hebräisch: Jam Suf, „Schilfmeer“. 8Doch er rettete sie um seines Namens willen, um seine gewaltige Macht kundzutun. 9Er schalt das Rote Meer, und es wurde trocken; er führte sie durch die Tiefen wie durch eine Wüste. 10Er rettete sie aus der Hand dessen, der sie hasste, und erlöste sie aus der Hand des Feindes. 11Die Wasser bedeckten ihre Bedränger; nicht einer von ihnen blieb übrig. 12Da glaubten sie seinen Worten; sie sangen sein Lob.
13Doch bald vergaßen sie seine Werke; sie warteten nicht auf seinen Rat. 14In der Wüste gaben sie der Gier nach, und in der Einöde stellten sie unseren Vater auf die Probe. 15Da gab er ihnen, was sie erbaten, sandte aber eine zehrende Krankheit unter sie. 16Im Lager wurden sie eifersüchtig auf Mose, und auf Aaron, den Heiligen unseres Vaters. 17Die Erde tat sich auf und verschlang Datan, und bedeckte die Rotte Abirams. 18Feuer entbrannte gegen ihre Rotte; eine Flamme verbrannte die Gottlosen.
19Am Horeb machten sie ein Kalb und warfen sich nieder vor einem gegossenen Bild. 20Sie vertauschten ihre Herrlichkeit gegen das Abbild eines Stieres, der Gras frisst. 21Sie vergaßen unseren Vater, ihren Retter, der große Dinge in Ägypten getan hatte, 22Wunder im Land Hams, furchtgebietende Taten am Roten Meer. b b v22 Das Land Hams ist ein alter poetischer Name für Ägypten. 23Da sprach er, er wolle sie vertilgen – wäre nicht Mose, sein Auserwählter, in die Bresche getreten vor ihm, um seinen Zorn abzuwenden, dass er sie nicht verderbe.
24Dann verachteten sie das liebliche Land; sie glaubten seiner Verheißung nicht. 25Sie murrten in ihren Zelten und hörten nicht auf die Stimme unseres Vaters. 26Da erhob er seine Hand und schwor, dass er sie fallen ließe in der Wüste, 27ihre Nachkommen fallen zu lassen unter den Völkern und sie zu zerstreuen in alle Länder.
28Sie hängten sich an den Baal-Peor und aßen die Opfer lebloser Götter. 29Sie erzürnten ihn mit ihren Taten, und eine Plage brach unter ihnen aus. 30Doch Pinhas trat auf und schritt ein, und die Plage wurde aufgehalten. 31Und es wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet, für alle Geschlechter in Ewigkeit. 32Am Wasser von Meriba erzürnten sie ihn, und Mose erging es übel um ihretwillen, 33denn sie machten seinen Geist bitter, und er redete unbedacht.
34Sie vertilgten die Völker nicht, wie unser Vater es ihnen geboten hatte, 35sondern sie vermischten sich mit den Völkern und lernten ihre Bräuche. 36Sie dienten ihren Götzen, die ihnen zur Falle wurden. 37Sie opferten ihre Söhne und ihre Töchter den Dämonen. 38Sie vergossen unschuldiges Blut, das Blut ihrer Söhne und Töchter, die sie den Götzen Kanaans opferten, und das Land wurde mit Blut befleckt. 39Sie wurden unrein durch ihre Taten und trieben Hurerei mit ihrem Tun.
40Da entbrannte der Zorn unseres Vaters gegen sein Volk, und er verabscheute sein Erbe. 41Er gab sie in die Hand der Völker, und die sie hassten, herrschten über sie. 42Ihre Feinde bedrängten sie, und sie wurden unter ihre Hand gebeugt. 43Viele Male rettete er sie, doch sie waren in all ihren Plänen auf Auflehnung bedacht, und sie sanken tief in ihrer Schuld. 44Doch er sah ihre Not an, als er ihr Schreien hörte. 45Um ihretwillen gedachte er an seinen Bund, und es reute ihn nach der Fülle seiner treuen Liebe. 46Er ließ sie Erbarmen finden bei allen, die sie gefangen hielten.
47Rette uns, unser Vater, und sammle uns aus den Völkern, dass wir deinem heiligen Namen danken und uns rühmen in deinem Lob.
48Gelobt sei der Vater Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und alles Volk spreche: „Amen!“ Halleluja!