Seine beständige Liebe währt ewig
Vier Gruppen erzählen eine Geschichte: Reisende, in der Wüste verirrt, Gefangene in Eisen, Toren, krank durch ihre eigenen Entscheidungen, und Seeleute, deren Können ein Sturm verschlang. Jeder schrie zu unserem Vater, jeder wurde hindurchgebracht, jedem wird gesagt, er solle es laut aussprechen.
107 1Danket unserem Vater, denn er ist gut; seine beständige Liebe währt ewig.
2Die Erlösten unseres Vaters sollen es sagen — sie, die er erlöst hat aus der Hand des Feindes, 3und die er gesammelt hat aus den Ländern, von Osten und Westen, von Norden und vom Meer.
4Manche irrten umher in der Wüste, in der Öde, und fanden keinen Weg zu einer Stadt, in der sie wohnen konnten. 5Hungrig und durstig, verschmachtete ihre Seele. 6Da schrien sie zu unserem Vater in ihrer Not, und er befreite sie aus ihrer Bedrängnis. 7Er führte sie den geraden Weg, dass sie zu einer Stadt kamen, in der sie wohnen konnten. 8Die sollen unserem Vater danken für seine beständige Liebe, für seine Wunder an den Menschenkindern. 9Denn er sättigt die lechzende Seele und füllt die hungrige Seele mit Gutem.
10Manche saßen in Finsternis und Todesschatten, gefangen in Elend und eisernen Ketten, 11weil sie sich gegen die Worte unseres Vaters aufgelehnt und den Rat des Höchsten verachtet hatten. 12Da beugte er ihr Herz durch harte Arbeit; sie strauchelten, und niemand half ihnen. 13Da schrien sie zu unserem Vater in ihrer Not, und er rettete sie aus ihrer Bedrängnis. 14Er führte sie heraus aus Finsternis und Todesschatten und zerriss ihre Ketten. 15Die sollen unserem Vater danken für seine beständige Liebe, für seine Wunder an den Menschenkindern. 16Denn er zerbricht die ehernen Türen und zerschlägt die eisernen Riegel.
17Manche wurden zu Toren durch ihren rebellischen Wandel, und litten Not um ihrer Sünden willen. 18Ihnen ekelte vor aller Speise, und sie kamen nahe an die Pforten des Todes. 19Da schrien sie zu unserem Vater in ihrer Not, und er rettete sie aus ihrer Bedrängnis. 20Er sandte sein Wort und heilte sie und errettete sie aus der Grube. 21Die sollen unserem Vater danken für seine beständige Liebe, für seine Wunder an den Menschenkindern. 22Und sie sollen Dankopfer darbringen, und von seinen Taten erzählen mit Jubelliedern.
23Manche fuhren aufs Meer in Schiffen, und trieben ihren Handel auf den mächtigen Wassern. 24Sie sahen die Werke unseres Vaters, seine Wunder in der Tiefe. 25Denn er sprach, und ein Sturmwind erhob sich, der die Wellen hochtürmte. 26Sie stiegen empor zum Himmel und sanken hinab in die Tiefen; ihr Mut zerschmolz in ihrer Not. 27Sie taumelten und schwankten wie Betrunkene, und all ihre Kunst war dahin. 28Da schrien sie zu unserem Vater in ihrer Not, und er führte sie heraus aus ihrer Bedrängnis. 29Er stillte den Sturm zu einem Flüstern, und die Wellen des Meeres verstummten. 30Da wurden sie froh, dass die Wasser sich beruhigten, und er führte sie zum ersehnten Hafen. 31Die sollen unserem Vater danken für seine beständige Liebe, für seine Wunder an den Menschenkindern. 32Sie sollen ihn erheben in der Versammlung des Volkes, und ihn loben im Rat der Ältesten.
33Er macht Ströme zur Wüste, Wasserquellen zu dürrem Land, 34fruchtbares Land zur Salzwüste, um der Bosheit willen derer, die darin wohnen. 35Er macht die Wüste zu Wasserteichen, dürres Land zu Wasserquellen. 36Dort lässt er die Hungrigen wohnen, und sie gründen eine Stadt, in der sie leben. 37Sie besäen Felder und pflanzen Weinberge, die eine reiche Ernte bringen. 38Er segnet sie, und sie mehren sich sehr, und er lässt ihr Vieh nicht weniger werden.
39Wenn sie aber weniger werden und gebeugt sind durch Bedrückung, Unglück und Kummer, 40so gießt er Verachtung aus über die Fürsten und lässt sie umherirren in weglosem Ödland; 41aber die Armen hebt er empor aus dem Elend und macht ihre Familien wie Herden. 42Die Aufrichtigen sehen es und freuen sich, und alle Bosheit muss ihren Mund schließen.
43Wer weise ist, der achte auf dies alles und begreife die beständige Liebe unseres Vaters.