Weinen an den Strömen Babylons
Verbannte an den Kanälen Babylons hängen ihre Harfen auf, weil ihre Häscher ein fröhliches Lied von daheim wollen. Sie schwören, Jerusalem nie zu vergessen, und der Psalm endet in einem rohen Fluch gegen Edom und Babylon, den er nie abmildert.
137 1An den Strömen Babylons, dort saßen wir und weinten, als wir an Zion dachten. 2An die Weiden hängten wir dort unsere Harfen. 3Denn dort verlangten unsere Häscher Lieder von uns, und unsere Peiniger forderten Freude, und sprachen: „Singt uns eins von den Liedern Zions!“
4Wie sollten wir das Lied unseres Vaters singen in fremdem Land? 5Vergesse ich dich, Jerusalem, so vergesse meine rechte Hand ihre Kunst. 6Meine Zunge soll an meinem Gaumen kleben, wenn ich nicht denke an dich, wenn ich Jerusalem nicht setze über meine höchste Freude.
7Gedenke, unser Vater, den Edomitern den Tag, als Jerusalem fiel, wie sie sprachen: „Reißt sie nieder! Reißt sie nieder! Bis auf ihre Grundfesten!“ 8Tochter Babylon, dem Untergang geweiht, wohl dem, der dir heimzahlt, was du uns angetan hast! 9Wohl dem, der deine Kleinen nimmt und sie am Felsen zerschmettert! a a v9 Jesus trug den Schrei nach Gerechtigkeit ans Kreuz, als er betete: „Vater, vergib ihnen“ — und lehrte die Seinen, ihre Feinde zu lieben. Der ehrliche Zorn der Verbannten wird vor unseren Vater gebracht, der allein darauf antworten kann.