Unser Vater ist gut
Ein Psalm Asafs.
Asaf wäre beinahe gestrauchelt aus Neid auf die gesunden, überheblichen Reichen. Nichts löste sich, bis er in das Heiligtum ging und sah, wo sie enden. Er gibt zu, dass er unvernünftig gewesen war, und entdeckt, dass er längst hatte, was er wollte: die Hand seines Vaters, die die seine hält.
73 1Wahrlich, unser Vater ist gut zu Israel, zu denen, die reinen Herzens sind.
2Ich aber wäre fast gestrauchelt mit meinen Füßen; meine Schritte wären beinahe ausgeglitten. 3Denn ich beneidete die Übermütigen, als ich das Wohlergehen der Gottlosen sah. 4Denn sie leiden keine Qual bis zu ihrem Tod; ihr Leib ist gesund und wohlgenährt. 5Sie sind nicht in Not wie andere Menschen und werden nicht geplagt wie die übrigen Leute. 6Darum ist der Hochmut ihr Halsschmuck; Gewalttat umhüllt sie wie ein Gewand. 7Ihre Augen treten hervor vor Fett; die Gedanken ihres Herzens gehen maßlos dahin. 8Sie höhnen und reden voll Bosheit; von oben herab drohen sie mit Unterdrückung. 9Sie richten ihren Mund gegen den Himmel, und ihre Zunge stolziert über die Erde. 10Darum wendet sich sein Volk ihnen zu und trinkt Wasser in Fülle. 11Und sie sprechen: „Wie sollte Gott es wissen? Gibt es Erkenntnis beim Höchsten?“ 12Siehe — das sind die Gottlosen; sorglos allezeit, mehren sie ihren Reichtum.
13Fürwahr, vergeblich habe ich mein Herz rein gehalten und meine Hände in Unschuld gewaschen. 14Denn den ganzen Tag werde ich geplagt und jeden Morgen gezüchtigt.
15Hätte ich gesagt: „So will auch ich reden“, so hätte ich das Geschlecht deiner Kinder verraten. 16Als ich darüber nachsann, dies alles zu verstehen, war es eine Mühsal in meinen Augen, 17bis ich in das Heiligtum unseres Vaters ging; da verstand ich ihr Ende. 18Fürwahr, du stellst sie auf schlüpfrigen Grund und stürzt sie zu Boden ins Verderben. 19Wie werden sie so plötzlich zunichte! Sie gehen unter und nehmen ein Ende mit Schrecken. 20Wie einen Traum, wenn man erwacht, so wirst du, Herr und Vater, wenn du dich aufmachst, sie verachten wie Trugbilder.
21Als mein Herz verbittert war und es mich im Innern stach, 22da war ich töricht und unwissend; wie ein Tier war ich vor dir. 23Dennoch bleibe ich stets bei dir; du hältst mich bei meiner rechten Hand. 24Du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende auf in Herrlichkeit. 25Wen habe ich im Himmel außer dir? Und nichts auf Erden begehre ich außer dir. 26Mein Fleisch und mein Herz mögen vergehen, aber unser Vater ist die Kraft meines Herzens und mein Teil in Ewigkeit.
27Denn die sich von dir entfernen, werden umkommen; du vertilgst alle, die dir untreu sind. 28Ich aber — es ist gut für mich, unserem Vater nahe zu sein; ich habe den Herrn und Vater zu meiner Zuflucht gemacht, damit ich von all deinen Werken erzähle.