Hirte Israels, erscheine in deinem Glanz
Für den Chorleiter. Nach der Weise „Lilien“; ein Zeugnis Asafs; ein Psalm.
Ein Weinstock wurde aus Ägypten herausgetragen, gepflanzt und so groß gezogen, dass sein Schatten Berge bedeckte — und nun sind seine Mauern zerbrochen und Vorübergehende pflücken die Früchte ab. Dreimal erhebt sich derselbe Kehrvers: Stelle uns wieder her, unser Vater, lass dein Angesicht leuchten, damit wir gerettet werden.
80 1Höre, Hirte Israels — unser Vater —, der du Josef wie eine Herde leitest; der du über den Cherubim thronst, erscheine in deinem Glanz. 2Vor Ephraim und Benjamin und Manasse erwecke deine Macht und komm, uns zu retten! 3Stelle uns wieder her, unser Vater; lass dein Angesicht leuchten, so ist uns geholfen. 4O Vater der himmlischen Heerscharen, wie lange noch soll dein Zorn glimmen gegen die Gebete deines Volkes? 5Du hast sie gespeist mit dem Brot der Tränen; du tränktest sie mit Tränen in vollem Maß. 6Du machst uns zum Zankapfel für unsere Nachbarn, und unsere Feinde spotten untereinander über uns. 7Stelle uns wieder her, Vater der himmlischen Heerscharen; lass dein Angesicht leuchten, so ist uns geholfen. 8Du hast einen Weinstock aus Ägypten geholt; du hast die Völker vertrieben und ihn eingepflanzt. a a v8 Der Weinstock, den unser Vater aus Ägypten herausführte, ist Israel; Jesus nennt sich später selbst „der wahre Weinstock“ — der Treue, in dem das Volk des Vaters endlich Frucht bringt. 9Du hast den Boden bereitet vor ihm; er schlug tiefe Wurzeln und erfüllte das Land. 10Die Berge wurden von seinem Schatten bedeckt, die mächtigen Zedern von seinen Ranken. 11Er streckte seine Ranken aus bis zum Meer und seine Triebe bis zum Strom. b b v11 Der Strom: der Euphrat, der große Strom, der Israels nordöstliche Grenze bildet. 12Warum hast du seine Mauern eingerissen, sodass alle, die des Weges vorübergehen, seine Früchte pflücken? 13Der Eber aus dem Wald verwüstet ihn, und alles Getier des Feldes weidet sich an ihm. 14Kehre doch wieder, Vater der himmlischen Heerscharen! Schau vom Himmel herab und sieh; nimm dich dieses Weinstocks an, 15des Stockes, den deine rechte Hand gepflanzt hat, und des Sohnes, den du dir stark aufgezogen hast. 16Er ist verbrannt mit Feuer, er ist umgehauen; vor dem Drohen deines Angesichts kommen sie um. 17Deine Hand ruhe auf dem Mann deiner rechten Hand, auf dem Menschensohn, den du dir stark aufgezogen hast. c c v17 Israel betete darum, dass der „Menschensohn“ zur Rechten unseres Vaters aufgerichtet werde; Jesus nimmt eben diesen Titel für sich selbst und sitzt zur Rechten des Vaters — der wahre Sohn, in dem das Gebet erhört ist. 18Dann werden wir nicht weichen von dir; lass uns leben, so werden wir deinen Namen anrufen. 19Stelle uns wieder her, Vater der himmlischen Heerscharen; lass dein Angesicht leuchten, so ist uns geholfen.